Teil 3: FAQ 

Im letzten Teil der Serie möchten wir über FAQ die uns bereits bekannten Fragen aufgreifen und beantworten. Diese Fragensammlung soll leben und wird im Laufe der Zeit mit den von gestellten Fragen ergänzt. Um uns eine Frage zu stellen, schickt einfach eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, schreibt und bei facebook (@IGLuftverkehr) oder ruft an. 

 

Besteht die Gefahr, dass UFO von der IGL bzw. einem Bereich in der IGL dominiert wird? 

Die Kabine stellt innerhalb des Luftverkehrs die größte Berufsgruppe und damit automatisch auch den größten Bereich innerhalb der IGL. Eine Dominanz über die Kabine durch einen anderen Bereich ist aus UFO-Sicht nicht möglich. So sind beispielsweise selbst relativ große Bereiche wie die Security mit 23.000 Beschäftigten und die Bodenverkehrsdienste mit 19.000 Beschäftigten jeweils deutlich kleiner als die Kabine.

Wenn IGL irgendwann so erfolgreich ist, dass sie über 100.000 Mitglieder im Luftverkehr hat, müssten sich immer noch alle anderen Bereiche zusammenschließen, um die Kabine zu überstimmen. Das ist ein sehr theoretischer und unwahrscheinlicher Fall. Aber selbst das wäre nicht problematisch für die Kabine. Der IGL-Vorstand kann satzungsgemäß viele Themen gar nicht entscheiden. Tarifforderungen, berufspolitische Themen und vieles mehr werden im Kabinenbereich selbst entschieden. Und generell gilt hier: Der beste Schutz davor dominiert zu werden, ist selbst dominanteste Kraft zu sein. 

Außerdem bleibt UFO als unabhängige Gewerkschaft bestehen und kann jederzeit, falls die Kabineninteressen in der IGL nicht mehr gewährleistet sind, aus der IGL-Zusammenarbeit ausscheren. Ohne wenn und aber.   

Was passiert, wenn nur wenige UFO-Mitglieder Doppelmitglieder werden? Hat dann die Stimme der UFO im Vergleich zu anderen Bereichen der IGL nicht ein geringeres Gewicht?  

Deswegen ist die kostenlose Doppelmitgliedschaft so wichtig, denn nur wer dabei ist, kann auch mitbestimmen und gestalten. In der TGL gibt es diese Situation schon seit Anfang an. Dort haben sich mittlerweile, ebenfalls nach anfänglichen Diskussionen, die große Mehrheit der Mitglieder zu einer Doppelmitgliedschaft entschieden. Warum auch nicht: Sie ist nicht mit zusätzlichen Kosten oder Pflichten verbunden.  

Sind der UFO-Vorstand und der Bereichsvorstand Kabine der IGL identisch?  

Das ist die logischste Variante, welche die TGL heute schon lebt. Da der UFO-Vorstand von den gleichen Mitgliedern gewählt wird wie der Kabinenvorstand innerhalb der IGL, gibt es erstmal keinen Grund, hüben wie drüben nicht die gleichen Menschen zu wählen. Es sei denn die UFO entscheidet sich bewusst für unterschiedliche Kandidaten, z.B. zur Arbeitsteilung. Eine Konkurrenz kann aber auch dann nicht entstehen, da man als Kabinenmitarbeiter nicht IGL-Mitglied werden kann, ohne UFO-Mitglied zu sein.   

Wer bestimmt den Bereichsvorstand des Bereichs Kabine?   

Der Bereich Kabine in der IGL, der vertragsgemäß ausschließlich aus UFO-Mitgliedern besteht, wählt seinen Bereichsvorstand selbst.  

Was passiert, wenn der Bereichsvorstand Kabine und der UFO-Vorstand sich uneins sind?  

Falls diese beiden Vorstände auf eigenes Betreiben hin unterschiedlich sind, gibt es sowohl in der IGL als auch in der UFO Satzung fest verankerte Konfliktlösungsmechanismen für solche Fälle, die dann erstmal ausgeschöpft würden. Sollten nach allen Bemühungen diese Mechanismen zu keinem tragfähigen Ergebnis führen, kann die UFO die Beziehung zur IGL sehr einfach auflösen.  

Was passiert mit den Doppelmitgliedern, wenn die UFO sich entschließt, ihre Zusammenarbeit mit der IGL zu beenden? Besteht dann nicht die Gefahr einer konkurrierenden Organisation?  

Die IGL ist eine eigenständige Gewerkschaft. Wenn UFO sich entschließen würde, aus der IGL auszuscheiden, sind dennoch alle IGL-Kabinenmitglieder UFO-Mitglieder und die UFO kann den Mitgliedern erläutern, warum sie diesen Schritt vollzogen hat. Außerdem ist dann immer noch (wahrscheinlich) der UFO-Vorstand geschlossen auch im Kabinenbereichsvorstand und kann mit den direkten IGL-Mitgliedern die dementsprechenden Dinge beschließen: von Austritt über Korrektur - alles innerhalb der IGL. Und selbstverständlich stehen immer die demokratischen Mittel zur Verfügung.  

Wie groß ist das Mitglieder-Potenzial der IGL?  

Insgesamt sind im Luftverkehr ca. 180.000 Menschen beschäftigt, die IGL-Mitglied werden könnten. Im Gegensatz dazu sind ca. 40.000 Flugbgegleiter in Deutschland tätig. Kein anderer Einzelbereich (Technik, Administration, Bodenverkehrsdienste, Piloten, Lotsen, Management usw.) ist so groß wie die Kabine.   

Warum finanziert die UFO die IGL maßgeblich?  

UFO hat 2014 in Vorbereitung der IGL ein eigenes Interesse an der Gründung der IGL gehabt. Wie immer, wenn man etwas mit an den Start bringen will, entstehen Anlaufkosten. Wenn UFO nicht der Meinung gewesen wäre, dass sich das mittelfristig nicht nur lohnt, sondern auch finanzierbar ist, hätte es diese Anschubfinanzierung nicht gegeben. Dies wurde auch auf den folgenden Mitgliederversammlungen der UFO immer wieder transparent gemacht. Die laufenden Kosten werden übrigens nicht maßgeblich von einzelnen Playern getragen. Alle Mitglieder zahlen 1% ihres Einkommens und alle Mitgliedsverbände/Gewerkschaften zahlen gleichermaßen 15% ihrer Mitgliedseinnahmen. UFO hatte sich sogar, weil sie die größte Gewerkschaft ist, einen Sonderpassus in den Vertrag schreiben lassen, der ihr ermöglicht einen Teil davon in Form von Gegenleistungen zu erbringen und diesen Beitrag von ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit abhängig gemacht. Bisher hat man sich auf einen sehr viel geringerer Betrag als 15% der Mitgliedseinnahmen geeinigt.   

Machen andere Berufsgruppen und ihre Verbände wie VC oder GdF auch mit?  

AGIL, VC, GdF, TGL und UFO waren die Organisationen, die von Anfang an über die IGL geredet haben. Aufgrund der jeweils eigenen Situation und Einschätzung haben alle Organisationen ihre eigene Entscheidung getroffen, wie eng sie von Anfang an dabei sein wollen. Theoretisch benötigt IGL keine Mitgliedschaft anderer Gewerkschaften, sondern kann auch über Kooperationen agieren. Natürlich wünschen wir uns, eine möglichst gut abgestimmte Zusammenarbeit mit allen Berufsverbänden und Gewerkschaften im Luftverkehr und IGL macht den bestehenden Berufsgewerkschaften auf keinen Fall Konkurrenz. So schließt IGL z.B. aus, Lotsen oder Piloten separat zu organisieren.   

Haben nur die UFO-Mitglieder/Funktionäre Fragezeichen was die IGL angeht?  

Natürlich, und auch hier sei noch einmal die Analogie zu Europa erlaubt, gibt es ganz viele Fragen, Anregungen und auch Vorbehalte gegen etwas so umfangreiches Neues wie die IGL. Wir freuen uns aber, dass aus allen Ecken die Diskussion lebhaft geführt wird und auch darüber, dass es überall glühende Verfechter und Vordenker dieser Idee gib.   

Was sind die Vorteile der IGL für die UFO und für Flugbegleiter allgemein?  

Für Fachgewerkschaften ist das Tarifeinheitsgesetz immer eine potenzielle Drohung, da sie nur einzelne Berufsgruppen vertreten. Mit der IGL ist die Kabine deutlich schlagkräftiger aufgestellt und kann nicht so leicht verdrängt werden. 

Des Weiteren entstehen Synergieeffekte. UFO hat sich seit 2012 deutlich breiter und professioneller aufgestellt und ist personell gewachsen. Bisher machen verschiedene Verbände und Interessengruppen teilweise die gleiche Arbeit mit hohem finanziellen Aufwand. Dies zu konsolidieren, schafft uns finanzielle Freiräume für weitere Handlungsfelder. 

Und last but not least sind wir natürlich als größere Gruppe in vielerlei Hinsicht schlagkräftiger. 

Siehe hierzu auch die Einleitung dieses Textes (5 Gründe für IGL)   

Droht ein Autonomieverlust der UFO durch die IGL?  

Nein, die inhaltlichen Themen der Kabine werden im Bereich Kabine erarbeitet und umgesetzt. 

Die Satzung verhindert hier sehr strikt, dass in der IGL die Probleme auftreten, die wir ja z.B aus der ver.di kennen, wo alle unkontrolliert über einen Kamm geschoren werden. Daher bleibt die UFO autonom bestehen, mit allen Rechten und Pflichten die sie heute auch schon hat. Auch in der IGL werden die Kabinenthemen, wie in allen anderen Bereiche auch, nicht durch den Vorstand der IGL, sondern durch den Bereichsvorstand entschieden.  

UFO kann Dinge mit der IGL abstimmen oder per Vertrag entscheiden, dass Teile der Arbeit in der IGL und nicht mehr nur in der UFO stattfinden. Aber niemand kann den UFO-Mitgliedern und den UFO-Gremien einen Vertrag oktroyieren, der in den Augen der UFO-Mitglieder zu Autonomieverlust führt. Wenn sich das ändert oder Nachfolger in der UFO das Ganze anders sehen, können Sie den Vertrag mit der IGL jederzeit wieder auflösen und sich wieder völlig alleine um die Kabine kümmern.  

Welche Rolle wird der Beirat der UFO noch spielen, wenn die UFO-Mitglieder Doppelmitglieder der IGL werden?  

Für den Beirat der UFO ändert sich nichts, seine Aufgaben, Rechte und Pflichten sind in der UFO-Satzung geregelt. Solange es die UFO gibt oder sich die UFO nicht dazu entscheidet, hat IGL keinen Einfluss auf die Aufgaben und die Rolle des UFO-Beirats.  

Ist der Bereich Kabine im Beirat der IGL unterrepräsentiert im Vergleich zu seiner Mitgliederstärke?  

Bisher, mit der alten Satzung, war die UFO automatisch mit allen Mitgliedern in der IGL vertreten. Mit der neuen Satzung gilt das ab sofort für die Doppelmitglieder. Innerhalb der IGL wird bei Abstimmungen nicht nur die Anzahl der Beiratsmitglieder entscheiden, sondern auch die Anzahl der vertretenen Mitglieder (Member-Votes - siehe § 18 der IGL-Satzung). So müssten sich, wenn überhaupt, die anderen Bereiche Sorgen machen, die zahlenmäßig auf jeden Fall kleiner sein werden als die Kabine.  

UFO hat viele Entwicklungen durch - muss das bei IGL alles neu gemacht werden?   

Nein - denn, wie bereits in anderen FAQ-Teilen beschrieben, wird der IGL-Kabinenbereich sinnvollerweise durch die gleichen Personen wie bei UFO geleitet und diese können auch entscheiden, dass Regelungen (z.B. der Minderheitenschutz bei Wahlen für kleine Airlines, Solidarklauseln für Geringverdiener und Erziehende und und und) identisch wie in der UFO gehandhabt werden.   

Wer entscheidet über den UFO-Mitgliedsvertrag mit der IGL   

Der Vorstand jeder Organisation führt die Geschäfte. So entscheidet auch formal der UFO-Vorstand über solche Verträge. Allerdings steht es jedem Leitungsgremium gut zu Gesicht, solche weitreichenden Entscheidungen mit der Mitgliedschaft zu diskutieren. Das ist auf den Mitgliederversammlungen der UFO in den vergangenen Jahren auch geschehen. Außerdem sieht das Vereinsrecht unumstößlich vor, dass jedes Thema auf Antrag von Mitgliedern auf der MV auch wieder geändert werden kann.   

Müssen wir dann als UFO-Mitglieder nicht für weniger “wehrhafte” Kollegen mitstreiken?   

Im Luftverkehr reicht es regelmäßig, dass eine Berufsgruppe streikt, um alles lahm zu legen - seien es Piloten, Mitarbeiter des Sicherheitspersonals, Fluglotsen, Check-in Agents oder eben Flugbegleiter. Allerdings ist es auch ein Ziel der IGL, dass sich die Beschäftigten solidarisieren. Solidarität hat jedoch keinen unbedingten Selbstzweck und Streik ist und bleibt das letzte aller Mittel in einer Tarifauseinandersetzung. Deshalb wird auch niemand einfach “mitstreiken” - schon gar nicht die Kabine. Doch wir glauben, dass schärfer auftretende Arbeitgeber auch schärfere Antworten brauchen. Sollte es sich also aus laufenden Tarifauseinandersetzungen ergeben, kann und soll es durchaus sein, dass verschiedene Berufsgruppen parallel oder gar abgestimmt in den Ausstand treten. Dieser gemeinsame Druck ist Teil des größeren Hebels, den wir der Kabine und allen anderen Beschäftigten verschaffen wollen. Denn die Aussicht auf einen Erfolg durch Streik durch nur eine Berufsgruppe hat sich deutlich verändert. 15 Streikwellen der VC und die harte Haltung der Lufthansa zeigen, dass abgestimmte Tarifbewegungen für die Arbeitnehmer im Luftverkehr eine wichtige Option sind.  

Werden wir von Partikularinteressen anderer Bereiche abhängig?   

Die Frage ließe sich andersrum ebenfalls stellen: Sind andere Bereiche von den Partikularinteressen der Kabine abhängig? Klare Antwort: Nein. Die Bereiche handeln und entscheiden für sich selbst. Jedes Partikularinteresse hat wie immer seine Berechtigung, wenn es demokratisch durchgesetzt werden kann. Hier bildet die Willensbildung der IGL keine Ausnahme, schon gar nicht innerhalb der Bereiche, die autonom für sich selbst entscheiden, welche Interessen sie vertreten möchten.  

Wie ist die Stimmgewichtung im IGL-Vorstand? Hat der Bereich Kabine aufgrund seiner Mitgliederstärke eine höhere Stimmgewichtung pro Vorstandsmitglied als andere Bereiche?  

Bei der Abstimmung im Vorstand verfügen die Vorstände für ihre Bereich über die gleiche Anzahl Stimmen, wie der Bereich Mitglieder hat, den sie vertreten. Auch deshalb ist es so wichtig, dass möglichst viele UFO-Mitglieder die Doppelmitgliedschaft in der IGL annehmen, damit die Kabine entsprechend ihrer Stärke repräsentiert und agieren kann innerhalb der IGL.  

Wie viele Vorstandsmitglieder hat die IGL? Wie werden diese bestimmt?  

Zur Zeit schickt jeder Bereich 2 Mitglieder in den IGL-Vorstand. Sie werden von den Bereichsvorständen benannt, die wiederum von den Mitgliedern des Bereichs gewählt werden. Sobald es innerhalb der IGL mehr als sechs Bereiche gibt, schickt jeder Bereich noch ein Mitglied in den IGL-Vorstand, um das Gremium nicht zahlenmäßig zu überfordern.   

Ist geplant, dass sich UFO irgendwann in der IGL auflöst?  

Ganz klar NEIN - warum auch - IGL soll nie ein Gemischtwarenladen werden. Viele Punkte, das zeigt die Erfahrung von UFO, VC etc., sind in einer berufsständischen Vertretung richtig aufgehoben. Die UFO soll autark und eigenständig weiterarbeiten, aber die Synergien und die Stärkung, welche die IGL mit sich bringen kann, nutzen.   

Wie profitiere ich als UFO Mitglied jetzt und perspektivisch von der IGL?  

Als UFO-Mitglied verlierst Du nichts und musst auch nicht mehr investieren. Du profitierst aber indirekt von allem was die IGL für ihre Mitglieder macht. Die Bedrohung, als kleinere Gewerkschaft vom Tariftisch gejagt zu werden ist weg. Die Probleme, dass die Flugbegleiter als kleine aber sehr spezifische Gruppe nicht ausreichend vom Gesetzgeber und der Industrie wahrgenommen wird, lassen sich besser lösen. 

 

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